Fähre von Rostock nach Stockholm

Eine direkte Fährverbindung von Rostock nach Stockholm existiert derzeit nicht. Die Route Rostock–Nynäshamn (Hansa Destinations) wurde Ende 2022 wegen gestiegener Treibstoffpreise eingestellt.

Rostock - Stockholm

Alternative Routen

Die wichtigste Alternative ist Rostock-Trelleborg, bedient von TT-Line und Stena Line mit bis zu sechs Abfahrten täglich. Die Überfahrt dauert etwa 6 Stunden tagsüber, 7-8 Stunden nachts. Von Trelleborg sind es dann rund 600 km (6-7 Stunden Fahrt) bis Stockholm.

Weitere Optionen:

  • Rostock-Gedser (Scandlines, ca. 2 Stunden), dann ĂĽber Kopenhagen und die Ă–resundbrĂĽcke
  • Danzig-Nynäshamn (Polferries, ca. 18-19 Stunden, 5Ă— wöchentlich)

Geschichte der Route

Direkte Fährverbindungen von Rostock in die Stockholmer Region wurden mehrfach versucht, scheiterten jedoch stets an wirtschaftlichen Hürden.

2002 startete die griechische Reederei Superfast Ferries eine schnelle Linie von Rostock nach Södertälje bei Stockholm. Die modernen Fähren benötigten nur etwa 18 Stunden und fuhren zunächst dreimal wöchentlich, später fast täglich. Es war die erste direkte Verbindung aus Deutschland in die Stockholmer Region. Trotz attraktiver Angebote wie Mini-Kreuzfahrten blieb die Auslastung zu gering - die Route wurde nach nur rund drei Monaten wieder eingestellt.

2021 wagte Hansa Destinations (eine Tochter der Reederei Gotlandsbolaget) einen neuen Anlauf. Mit Unterstützung des schwedischen Eco-Bonus-Förderprogramms nahm die Linie Rostock-Nynäshamn den Betrieb auf, teils mit Zwischenstopp in Visby auf Gotland. Ziel war vor allem, Güterverkehr von der Straße auf die See zu verlagern und so CO₂-Emissionen zu senken. Nach dem sprunghaften Anstieg der Treibstoffpreise 2022 wurde der Dienst Ende des Jahres ausgesetzt. Eine Wiederaufnahme ist bislang nicht erfolgt.

Die indirekte Route Rostock-Trelleborg hingegen hat sich als feste Größe etabliert. Fährverbindungen zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Südschweden bestehen seit Mitte des 20. Jahrhunderts - zunächst ab Warnemünde zu DDR-Zeiten, später verlagert nach Rostock. Scandlines betrieb die Strecke ab den 1990er Jahren, zog sich aber 2012 zurück. Daraufhin übernahmen Stena Line und TT-Line die Route in Kooperation. Die Strecke entwickelte sich zu einer der verkehrsreichsten Ostseelinien mit über 2 Millionen Passagieren und rund 500.000 Fahrzeugen jährlich. Nach der Einstellung der traditionellen Fähre Sassnitz-Trelleborg 2020 gewann Rostock zusätzlich an Bedeutung.

Der Überseehafen Rostock ist heute der größte deutsche Ostseehafen im Fährverkehr und bedient neben Schweden auch Dänemark, Finnland und das Baltikum.